Berufskompass Chemie in Frankenthal

Gewerkschaft und Chemie-Arbeitgeber rufen gemeinsam zur Weiterbildung auf

Deutlich zu wenige Jugendliche kennen die beruflichen Möglichkeiten, die ihnen die chemische Industrie nach Abschluss ihrer Ausbildung bietet. Denn diese High-Tech-Industrie ist dringend auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Deshalb bietet sie den jungen Menschen eine Palette von Möglichkeiten, sich in kleinen oder großen Schritten weiterzuqualifizerien. Damit Jugendliche diese Chancen stärker nutzen, starteten die Gewerkschaft IG BCE und die Chemiearbeitgeberverbände jetzt eine gemeinsame Initiative.

Marcel Hasübert http://www.mh-foto.de

Berufskompass Chemie

Mit gemeinsamen Informationsveranstaltungen und mit einem übersichtlichen gemeinsamen Internetangebot machen die IG BCE und die Chemie-Industrie den Jugendlichen die bestehenden Möglichkeiten schmackhaft und helfen ihnen, sich angesichts der diversen Weiterqualifizierungswege besser zu orientieren. Diesem Zweck diente auch die gemeinsame Veranstaltung „Berufskompass Chemie“ mit 50 frisch Ausgelernten, auf der die Chemiearbeitgeber und die IG BCE am 5. September 2013 in Frankenthal über die bestehenden Weiterbildungs- und Berufschancen unterrichteten.

Den Titel „Berufskompass Chemie“ trägt auch das neue gemeinsame Internetportal www.berufskompass-chemie.de der Gewerkschaft und der Chemieverbände. Es wendet sich vor allem – aber nicht nur – an junge Berufsanfänger in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Ausbildung und will sie mit den Entwicklungsmöglichkeiten in der Branche vertraut machen. Ralf Sikorski, der IG-BCE-Landesbezirksleiter, ruft die jungen Menschen auf, sich mit ihrer Weiterbildung zu beschäftigen und auch das Portal zu nutzen. „Mit dem Berufskompass haben wir ein konkretes Angebot geschaffen, mit dem sich die Jugendlichen noch besser auf dem Arbeitsmarkt positionieren können“, sagt er und weist zugleich darauf hin, dass das neue Angebot den Zweck verfolgt, das „lebenslange Lernen“ zu erleichtern, zu dem „auch die berufliche Qualifikation gehört“.

So hatten bei der Frankenthaler Tagung ein gelernter Elektroniker, eine Chemielaborantin, eine Industriekauffrau sowie ein „Bachelor of Engineering“ anschaulich von ihren jeweiligen Erfahrungen in den ersten Berufsjahren berichtet und darüber mit den jungen Ausgelernten diskutiert.

Einen für manche überraschenden Gedankengang stellte Eva Kotermann vom Qualifizierungsförderwerk Chemie den Jugendlichen vor. Sie sagte, dass nicht nur die berufliche sondern auch die private Zufriedenheit zu den Grundlagen für einen beruflichen Erfolg gehörte. Deshalb sollten sich Jugendliche schon früh fragen, welche Erwartungen sie an ihr Leben haben und diese Wünsche in ihre beruflichen Ziele einfließen lassen.

Viele Unternehmen der chemischen Industrie bemühen sich deshalb inzwischen gemeinsam mit ihren Betriebsräten darum, dass die berufliche Entwicklung möglichst nicht in Konflikt mit den Verpflichtungen gerät, die durch die Gründung einer Familie entstehen. Zu den Gründen für eine qualifizierte Ausbildung gehört auch, dass die Branche gut bezahlte Arbeitsplätze und eine betriebliche Altersvorsorge bietet und dass eine bessere Ausbildung die Chancen für ein bis zum Schluss gesundes Arbeitsleben verbessert.

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