Koalitionsverhandlungen

Betriebsräte stärken

Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU laufen auf Hochtouren. Eines der Streitthemen ist nach wie vor die PKW-Maut. Doch von einem besseren Schutz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen und mehr Rechte für Betriebsräte ist in der Öffentlichkeit bisher kaum etwas zu hören. 

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Der Betriebsrat kümmert sich nicht nur um die Stammbelegschaft, sondern ist auch Ansprechpartner für Leiharbeitnehmer.

Dabei ist der Trend nach wie vor ungebrochen, verstärkt Leiharbeitsbeschäftigte und Beschäftigte mit Werkvertrag in den Unternehmen einzusetzen. In der Folge sind wachsende Anteile der Belegschaften nicht oder nur ungenügend durch Betriebsräte vertreten.

Um den Missbrauch bei Leiharbeit und Werkverträgen einzudämmen, fordert die IG BCE die Koalitionsparteien auf, Betriebsräten und Tarifparteien gesetzlich zu stärken, damit in Deutschland wieder überall Gute Arbeit durchgesetzt werden kann. Dazu gehört auch, Betriebsräten ein umfassendes Mitbestimmungsrecht bei personellen Einzelmaßnahmen, aber auch bei der Vergabe von Werkverträgen einzuräumen.

Elf Millionen Beschäftigte im Jahr 2009 wurden in rund 97.000 Betrieben von Betriebsräten vertreten. Vor allem Beschäftigte in Großbetrieben haben eine Interessenvertretung: 85 Prozent der Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten haben einen Betriebsrat. In Betrieben mit 5 bis 50 Beschäftigten sind es weniger als 10 Prozent. Insgesamt arbeiten 43 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Westdeutschlands und 36 Prozent in Ostdeutschland derzeit in Betrieben mit Betriebsrat.

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